Ausbildungsstellen in der Glasindustrie

Online-Lexikon Zukunft im Glas

Duales Studium. Verschiedene Modelle warten auf dich

Duales Studium

Wenn ihr die Bezeichnung "duales Studium" schon einmal gehört habt, aber euch nicht sicher seid, was dies bedeutet, dann solltet ihr weiterlesen. In dem nachfolgendem Ratgeber wollen wir typische Fragen beantworten. Darunter: Was ist überhaupt ein duales Studium und wie läuft dieses Studienmodell im Detail ab? 

Wir wollen euch eine Entscheidungshilfe an die Hand geben und verraten euch alles, was ihr wissen müsst. Das bedeutet, dass wir euch in diesem Beitrag über die verschiedenen Studien- und Zeitmodelle aufklären wollen. Außerdem wollen wir auf die Vor- und Nachteile eingehen und Informationen zum Ablauf vermitteln. Doch beginnen wollen wir mit dem Begriff selbst. 

Und so sieht das Studium in der Glasindustrie aus. Die Modelle erklären wir hier.

Duales Studium: Eine Definition

Die Basis eines dualen Studiums bildet die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Der theoretische Teil setzt sich meistens aus Vorlesungen an der Berufsakademie oder an der Hochschule zusammen. Im praktischen Teil werden Arbeiten im Betrieb verrichtet. Die Praxis und die Theorie bilden somit die beiden Einsatzgebiete, welche euch während eures dualen Studiums zugewiesen werden. Ihr dürft euch diesen beiden Bereichen immer im Wechsel widmen. In der Regel handelt es sich dabei um einen regelmäßigen Rhythmus, welcher sich nach einem Zeitmodell richtet. Auf die verschiedenen Zeitmodelle gehen wir später in diesem Ratgeber noch ein. 

Habt ihr euer duales Studium dann erfolgreich abgeschlossen, erwerbt ihr den Bachelorabschluss, der international anerkannt ist. Doch an diesem Punkt habt ihr nicht nur euren heiß ersehnten Studienabschluss in der Tasche. Ihr seid im Besitz von so viel mehr, da ihr während eures Studiums kostbare, praktische Erfahrungen gesammelt habt und somit nicht mehr "ins kalte Wasser springen" müsst. Das bedeutet, dass ihr bei euren künftigen Bewerbungsgesprächen damit punkten könnt, dass ihr in das jeweilige Arbeitsumfeld bereits hineinschnuppern konntet und dementsprechend auch ganz genau wisst, was euch in der neuen Firma erwartet. Es gibt sogar Studiengänge, in denen eine anerkannte Berufsausbildung in der praktischen Phase integriert ist. Ihr habt die Möglichkeit, beinahe jedes Studienfach dual zu studieren. Wenn ihr an dieser Stelle neugierig geworden seid und euch die besten Karrierechancen durch ein duales Studium sichern wollt, dann solltet ihr jetzt unbedingt weiterlesen. 

Für welche Studiengänge ist das duale Studium möglich? 

Dass ein duales Studium eindeutige Vorteile mit sich bringt, haben wir bereits aufgeführt. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Studiengänge überhaupt dual studiert werden können? Wir können euch gleich vorweg verraten, dass ihr fast alles durch dieses Modell studieren könnt. Zu den besonders beliebten Klassikern gehört zweifelsohne die Betriebswirtschaft. Es gibt aber auch Studienfächer, welche man nicht in einem dualen Studium erwarten würde. Das betrifft zum Beispiel die Sozialpädagogik oder den Bereich der sozialen Arbeit. Es gibt fast keine Studienfächer, die nicht dual absolviert werden können. 

Ist das duale Studium an Voraussetzungen geknüpft? 

Ein kleiner Wermutstropfen gleich zu Beginn: Es spielt erstmal keine Rolle, wie sehr ihr euch für dieses Studienmodell interessiert. Wichtig ist, dass ihr die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Denn wie es bei jedem Bachelor der Fall ist, braucht ihr für das duale Studium eine Hochschulzugangsberechtigung, welche sich in der Regel über das Abitur oder das Fachabitur erlangen lässt. Wenn ihr einen dualen Master anstrebt, dann sieht die Sache ein bisschen anders aus. Dafür braucht ihr einen ersten akademischen Abschluss oder alternativ eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine mehrjährige Berufserfahrung. Den "Numerus Clausus", also die "beschränkte Zahl" gibt es nur selten. Allerdings müsst ihr gute Schulnoten mitbringen, da diese von vielen Unternehmen vorausgesetzt werden. 

Welcher Abschluss ist mit dieser Studienform möglich? 

Ihr habt die Möglichkeit euer duales Studium entweder mit einem Bachelor oder mit einem Master abzuschließen. Der duale Bachelor ist im Gegensatz zum dualen Master deutlich weiter verbreitet. 

Wie lange dauert das Studium?

In der Regel dauert diese Studienform sechs bis acht Semester. Die tatsächliche Dauer richtet sich nach dem jeweiligen Studiengang sowie nach den Studien- und Zeitmodellen. 

Welche Kosten habe ich zu tragen? 

An dieser Stelle können wir leider keine Pauschalaussage treffen, da die Höhe der Studiengebühren variiert. In der Regel belaufen sich die Gebühren auf zwischen 300 und 600 Euro pro Monat. In euren Arbeitsverträgen ist geregelt, ob euer Arbeitgeber beziehungsweise das entsprechende Praxisunternehmen die Kosten übernimmt. Doch die Studiengebühren werden nicht eure einzigen finanziellen Belastungen sein. Schließlich wollen auch eure Behausungen, Hobbies, Lebensmittel und die Lernutensilien bezahlt werden. Zwar profitiert ihr während eures dualen Studiums bereits von einem Gehalt, doch das dürfte vermutlich nicht ausreichend sein, um alle monatlichen Unkosten zu begleichen. Doch hier solltet ihr nicht gleich den Mut verlieren, denn es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten, mit denen ihr euch entlasten könnt. 

Werde ich während des dualen Studiums Gehalt beziehen? 

Da ihr während eures dualen Studiums tatsächlich arbeitet, bezieht ihr natürlich auch Gehalt. Die Entlohnung bezieht sich allerdings nur auf die praktischen Phasen. Die Höhe lässt sich ebenfalls nicht pauschalisieren, da sich diese nach Branche, Ausbildungsjahr und natürlich dem Studiengang richtet. Ihr könnt also mit einem Gehalt von bis 400 bis 1.000 Euro rechnen. 

Tipp: Euer Partnerunternehmen ist vielleicht bereit, nicht nur das Gehalt zu zahlen. Es gibt zahlreiche Firmen, die parallel diverse Zusatzleistungen anbieten oder sogar eure gesamten Studiengebühren übernehmen. 

Welche Vor- und Nachteile gibt es? 

Passt das duale Studium überhaupt zu mir? Diese Frage werdet ihr euch vermutlich gerade stellen. Und damit es euch leichter fällt, diese Frage zu beantworten, wollen wir euch die Vor- und Nachteile aufzeigen. Ihr könnt jetzt herausfinden, welche Punkte euch im Rahmen dieser Studienform besonders wichtig sind und ob ihr euch auch mit den Nachteilen anfreunden könnt. 

Die Vorteile 

Wenn ihr euch für diese Studienform entscheidet, dann profitiert ihr von der Abwechslung, indem ihr zwischen Arbeitsalltag und Hörsaal wechselt. Hinzu kommt die starke Praxisnähe, mit der ihr vor euren zukünftigen Arbeitgebern punkten könnt. Schließlich arbeitet ihr während des Studiums in einem richtigen Betrieb, wo ihr eure neu gewonnenen Kenntnisse direkt in der Praxis anwenden könnt. Zudem bekommt ihr Gehalt und könnt euch eventuell über Zusatzleistungen freuen. Darunter zum Beispiel:

  • Weihnachtsgeld
  • Urlaubsgeld
  • Ein neuer Laptop
  • Die Kostenübernahme der Studiengebühren etc. 

Das klingt doch schon richtig gut, oder? Doch das ist noch nicht alles. Wenn ihr euch für ein duales Studium mit integrierter Ausbildung entscheidet, dann habt ihr sogar zwei Abschlüsse in der Tasche. Schließlich habt ihr dadurch die Möglichkeit, nicht nur euer Studium sondern auch eine Ausbildung zu absolvieren. 

Die Nachteile 

An dieser Stelle wollen wir es uns nicht nehmen lassen, euch auch die Nachteile dieser Studienform näherzubringen. Denn diese spielen bei der Entscheidungsfindung eine nicht unerhebliche Rolle. Der wesentliche Nachteil besteht darin, dass euer duales Studium auf eine praktische Tätigkeit ausgerichtet ist. Das bedeutet, dass ihr euch damit nicht unbedingt auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereitet. Wenn ihr also vorhabt, später mal als Dozent an einer Forschungseinrichtung oder an der Universität zu arbeiten, dann ist das duale Studium eher nicht das Richtige für euch. Und auch die Arbeitsleistung kann euch ab und an zu schaffen machen. Schließlich arbeitet ihr bis zu 40 Stunden wöchentlich und müsst euch parallel dazu noch mit dem Lernstoff konfrontieren. Außerdem müsst ihr euch auf ein einziges Studienfach festlegen und habt kaum Chancen, den Studiengang zu wechseln, beziehungsweise diesen abzubrechen. Ihr werdet häufig unter Druck stehen das Studium erfolgreich abzuschließen, auch wenn ihr an diesem eigentlich gar keine Freude habt. 

Wie läuft das Studium genau ab? 

Das duale Studium ist unterschiedlich ausgelegt und richtet sich nach dem ausgewählten Studien- und Zeitmodul. Damit ihr bei all den Auswahlmöglichkeiten nicht den Überblick verliert, wollen wir euch einen kleinen Überblick verschaffen, indem wir die einzelnen Modelle für euch kurz vorstellen. Nachfolgend wollen wir dazu mit den vier verschiedenen Studienmodellen beginnen. Die vier Modelle richten sich zugleich an Berufstätige, als auch an Schulabgänger, welche keine Ausbildung absolviert haben. 

Berufsbegleitend

Hier arbeitet ihr in Vollzeit und sprecht das duale Studium mit eurem Arbeitgeber ab. Der Arbeitgeber ist für gewöhnlich bereit, euch zu fördern oder Freistellungen für Präsenzphasen einzuräumen. Schließlich weiß euer Arbeitgeber im Vorfeld auch was ein duales Studium beinhaltet. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, wenn es darum geht, den Arbeitsplatz mit vorheriger Absprache zu verlassen, um an der Uni aktiv zu sein. Das klappt natürlich nur, wenn der Arbeitgeber grundsätzlich bereit ist, ein duales Studium zu unterstützen. Wenn ihr in einem Call Center arbeitet, wo jeder Mitarbeiter in der Line gebraucht wird, sieht es vermutlich eher schlecht aus. Bei dieser Variante handelt es sich zugleich um den potenziellen Extremfall: zum einen arbeitet ihr bis zu 40 Stunden pro Woche und zum anderen perfektioniert ihr eure Doppelbelastung durch regelmäßige Besuche an der Uni

Praxisintegrierend

Hier geht es um die üblichen Praxis- und Theoriephasen, welche jedoch nicht mit einer integrierten Berufsausbildung kombiniert werden. 

Berufsintegrierend

Bei diesem Studienmodell geht es um die Absprache mit eurem Arbeitgeber, die Arbeitsstunden zu reduzieren, damit ihr zur Uni gehen könnt. 

Ausbildungsintegrierend

Hier habt ihr nicht nur die Möglichkeit ein Studium zu absolvieren, ihr könnt euch auch den Abschluss für eine Berufsausbildung in die Tasche stecken. Das bedeutet aber auch, dass ihr letztendlich zwei Prüfungen ablegen müsst. Dabei geht es zum einen um die Prüfung für euer Studium und zum anderen dürft ihr euch zusätzlich vor die Industrie- und Handelskammer stellen. 

Wie oben bereits erwähnt, wollen wir euch auch die verschiedenen Zeitmodelle im Rahmen des dualen Studiums vorstellen:

Blöcke in den Semesterferien

Hier könnt ihr ganz normal in euren Semesterferien studieren. Doch anstatt die Ferien zu genießen, besucht ihr regelmäßig euer Partnerunternehmen, um dort zu arbeiten. 

Wochenmodell

Bei diesem Modell arbeitet ihr in der Regel drei Tage pro Woche. Zwei Tage werden in die Uni oder die Hochschule investiert. 

3-Monats-Blöcke

Bei diesem Modell wechseln sich die Praxis- und Theoriephasen ab. Dies geschieht alle drei Monate.