Ausbildungsstellen in der Glasindustrie

Online-Lexikon Zukunft im Glas

Umschulung. Neue Wege gehen

Umschlung

Wenn der Rücken schmerzt und ihr denkt "Diesen Job kann ich keinesfalls mein ganzes Leben machen!" dann seid ihr beim Thema Umschulung richtig. Aber auch andere Gründe kann es geben – etwa dann, wenn ihr Euer Studium abbrechen musstet. Hier gibt es die wichtigsten Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Umschulung.

 

Wann kann ich eine Umschulung machen?

Eine Umschulung kann erst einmal jeder machen, der geistig fit ist, zuverlässig, motiviert, und im Rahmen der geplanten Tätigkeit belastbar ist. Allerdings gibt es kein Recht auf eine Umschulung. Nur, weil ihr also keine Lust mehr habt, weiter das zu tun, was ihr tut, könnt ihr nicht einfach eine Umschulung machen. Anders sieht es aber aus, wenn es zwingende Gründe gibt, mit dem jetzigen Beruf aufzuhören. Beispielsweise weil ihr psychisch der Belastung als OP-Schwester in der Notaufnahme nicht mehr gewachsen seid oder ein Bandscheibenvorfall es unmöglich macht, weiter an Autos zu schrauben und bettlägerige Menschen zu pflegen. Das Alter spielt übrigens keine Rolle – außer ihr steht kurz vor der Rente. Es kann teilweise auch für Mütter beim Wiedereinstieg sinnvoll sein, über eine Umschulung nachzudenken, wenn im erlernten Beruf kein Job zu finden ist oder der nicht mit dem Mutter-Dasein vereinbar ist. Wie bei nahezu allen Maßnahmen zählt auch bei der Umschulung die Einzelfallregelung. Jeder einzelne wird mit seinem Wunsch zur Umschulung unter die Lupe genommen und die Entscheidung ist im Ermessen des Verwaltungsbeamten/ Berater. Entscheidungsmaxime ist die langfristige und nachhaltige Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt.

An wen muss ich mich für eine Umschulung wenden?

Wenn ihr noch in eurem Job tätig seid, aber aus psychischen oder physischen Gründen nicht mehr weitermachen könnt, dann ist die Rentenkasse der erste Ansprechpartner. So kann nämlich im besten Fall eine Arbeitslosigkeit verhindert werden. Seid ihr Arbeitslos oder auch Aufstocker, dann ist der Gang zu eurem Betreuer angezeigt. Vorsichtig: Mit einer wagen Idee braucht ihr da nicht aufzuschlagen. Macht euch wirklich Gedanken, informiert euch über den Ausbildungsinhalt, die Aufgaben im späteren Job, eventuelle weitere Karriereschritte sowie über die Softskills, die der gewünschte Beruf mit sich bringen wird. Schaut, was ihr vielleicht von Hause aus mitbringt oder bereits gelernt habt, um zu beweisen, dass ihr dem Job auch gewachsen seid. Sehr positiv ist immer auch ein Arbeitgeber, der bereit ist, euch unter diesen Umständen einzustellen – gerne auch nach erfolgreicher Schulung unbefristet.

Wer kann eine Umschulung finanzieren?

  • In erster Linie ist es das Jobcenter. Hier wird genau geprüft, ob die Vergabe eines Bildungsgutscheins für eine Umschulung lohnt. Auch wenn da geschrieben steht, ihr müsst bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, bitte lasst Euch nicht einfach abwimmeln. Es lohnt zu kämpfen.
  • Menschen in pflegerischen Berufen können sich bei der Berufsgenossenschaft erkundigen und entsprechende Anträge stellen.
  • Bei Krankheit ist die Rentenkasse der richtige Ansprechpartner, wenn keine Berufsgenossenschaft existiert.

Tipp: Solltet ihr überall eine Absage erhalten, wendet Euch noch einmal durch persönliches Vorsprechen an das zuständige Jobcenter.

Was ist überhaupt eine Umschulung?

Eine Umschulung ist eine Maßnahme mit der Dauer von zwei Jahren. Sie hat immer einen staatlich anerkannten Berufsabschluss zur Folge. Dabei ist nicht festgelegt, ob die Ausbildung schulisch oder dual stattfinden muss. Meistens kommt ihr einfach mit den "normalen" Auszubildenden in eine Klasse. Wenn ihr jetzt denkt "Oh nein, die schauen dann auf mich herab oder die sind doch so viel jünger!" dann lasst euch gesagt sein, dass fast alle Umschüler am Ende gut in ihren Klassen angekommen sind und von den neuen, ungewohnten Kontakten profitiert haben. Es ist nie zu spät, neu anzufangen. Finanziert das Arbeitsamt eure neue Ausbildung, werdet ihr ziemlich wahrscheinlich weiter Eure gewohnten Bezüge erhalten – ein Ausbildungsgehalt gibt es nicht. Ihr könnt aber dringend benötigte Berufskleidung, Schulbücher und weiteres Ausbildungsmaterial beantragen sowie Fahrtkosten und Unterstützung für Seminare und Klassenfahrten.

Worin liegt der Unterschied zur Weiterbildung?

Bei einer Weiterbildung handelt es sich nicht um eine Ausbildung. Sie dauert auch meistens nur 8 Wochen und setzt sich aus einem Praktikum und einem theoretischen Teil zusammen. Am Ende steht ein anerkanntes Zertifikat. Anmerkung: Natürlich gibt es gerade im akademischen Bereich auch völlig andere Formen der Weiterbildung. Schließlich ist auch ein Facharztstudium im weitesten Sinne eine Weiterbildung. Leicht zu merken ist das so: Wollt ihr eure Qualifikation und eure Chance auf dem Arbeitsmarkt verbessern, macht ihr eine Weiterbildung. Wollt ihr einen anderen Job als bisher, ist eine Umschulung der richtige Weg

Hinweis: Es ist zu sehen, ob eine voll umfängliche Umschulung immer notwendig ist. Wenn ihr bereits eine kaufmännische Ausbildung habt, kann es auch sein, dass sich ein Arbeitgeber findet, der Euch einarbeitet. Aber auch hier wieder:
Jeder Fall ist einzigartig.

Wofür ist eine Umschulung gut?

Eine Umschulung bewahrt euch davor, psychische und physische Schäden durch euren Beruf länger ertragen zu müssen und sie kann die Arbeitslosigkeit vereiteln beziehungsweise beenden. Euer Gehalt steigt, etwa dann, wenn ihr bisher als ungelernt bezahlt wurdet. Ihr erlangt damit eine tolle Basis, um Karriere zu machen. Es ist quasi eine zweite Chance, die ihr unbedingt nutzen solltet. Lasst bloß keinen Zweifel aufkommen, die Umschulung sei weniger Wert als eine normale Ausbildung. Am Ende addiert sie sich zu all dem, was ihr bisher getan, gelernt und auch erlebt habt. Es gibt sogar Chefs, die sich freuen, einen erfahrenen, älteren Mitarbeiter einzustellen.