Ausbildungsstellen in der Glasindustrie
Mädchen und Jungen in der Berufsschule Glasindustrie

Online-Lexikon Zukunft im Glas

Duale Ausbildung. Praxis & Schule

Duale Ausbildung

Die duale Ausbildung wird auch als betriebliche Ausbildung bezeichnet und ist in Deutschland eine weit verbreitete Form der Berufsausbildung. Mittlerweile fangen mehr als die Hälfte der deutschen Jugendlichen eine duale Ausbildung an. Ein vergleichbares Modell gibt es bisher nur in unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz. Während der dualen Ausbildung werden Auszubildende intensiv auf das Arbeitsleben und die jeweiligen Herausforderungen vorbereitet. Dank der Kombination aus Theorie und Praxis kommt es ebenfalls zu einer Vermittlung des erforderlichen Fachwissens, welches direkt in der Praxis erprobt werden kann. Auf diese Weise eignen sich diese Azubis eine bessere Berufsqualifizierung an.

Definition einer dualen Ausbildung

Eine duale Ausbildung wird an zwei verschiedenen Ausbildungsorten durchgeführt. Im Betrieb erlernen Azubis praktische Fertigkeiten und erhalten konkrete Kenntnisse der Materie. Ergänzend dazu wird in der Berufsschule theoretisches Fachwissen vermittelt. Dank dieser aufeinander abgestimmten Kombination erwerben Azubis eine umfassende Qualifikation, welche sich stark an der Arbeitspraxis orientiert. So erhalten Teilnehmer des dualen Modells nach dem Abschluss deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dank einheitlichen Regelungen und bundesweit geltenden Ausbildungsverordnungen, ist dafür gesorgt, dass jeder Azubi in seinem Metier während seiner Ausbildung das gleiche Wissen und Können erwirbt. Am Ende haben alle die gleichen Kompetenzen, unabhängig davon, in welchem Bundesland die duale Ausbildung stattgefunden hat. Auf diese Weise können deutsche und weltweit tätige Arbeitgeber auf gut ausgebildete Fachkräfte vertrauen. Im Moment gibt es in Deutschland etwa 350 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe, davon sind die meisten nach dem dualen System aufgebaut.

Der konkrete Ablauf der dualen Ausbildung

Die duale Ausbildung beginnt jedes Jahr meistens entweder im August oder September. Neben der praktischen Arbeit im jeweiligen Unternehmen besuchen die Azubis während der Ausbildungszeit ebenfalls die Berufsschule. Dort stehen neben den allgemeinen und grundlegenden Themen auch tiefer gehende Inhalte auf dem Stundenplan, welche speziell auf den Ausbildungsberuf zugeschnitten sind. In der Regel findet die betriebliche Arbeit an drei bis vier Tagen pro Woche statt. Ergänzend dazu erfolgt der Unterricht in der Berufsschule an ein bis zwei Tagen. Bei manchen Ausbildungen wird der Schulunterricht in einer gestaffelten Blockform durchgeführt. Dabei sind die Azubis abwechselnd im eigenen Ausbildungsbetrieb und danach wieder für einige Wochen am Stück in der Berufsschule. Auf diese Weise erhalten alle Teilnehmer eine optimale Vorbereitung auf die Abschlussprüfung und das Arbeitsleben. In vielen Fällen werden die Azubis vom eigenen Betrieb nach dem Abschluss der dualen Ausbildung übernommen. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt dank der intensiven Ausbildung deutlich besser als bei herkömmlichen Ausbildungen. Während der Ausbildungszeit stehen den Azubis mindestens vier Wochen Urlaub pro Jahr zu. Jedoch dürfen diese nur dann genommen werden, wenn auch in der Berufsschule Ferien sind.

Die Dauer und das Gehalt während einer dualen Ausbildung

Die Dauer der dualen Ausbildung variiert, abhängig vom Ausbildungsberuf, normalerweise zwischen zwei bis dreieinhalb Jahren. Der jeweilige Schulabschluss und die erbrachten Leistungen während der Ausbildung wirken sich stark auf die Dauer aus. Diese Faktoren können zu einer Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildung führen. Etwa ein Drittel der Ausbildungszeit verbringen die Azubis in der Berufsschule. In einigen Berufssparten stehen auch zusätzliche Lehrgänge auf dem Programm. In der restlichen Ausbildungszeit steht das praktische Arbeiten im Betrieb im Vordergrund. Nach dieser Zeitspanne verfügen die Teilnehmer sowohl über eine theoretische als auch über eine praxisnahe Ausbildung mit fundierter Berufserfahrung. Des Weiteren hat jeder Azubi einen gesetzlichen Anspruch auf eine angemessene Vergütung während der Ausbildungszeit. Diese Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich hoch, abhängig von der Branche, dem Beruf und Betrieb. Einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Vergütung haben die in der Branche geltenden Tarifverträge, welche von den Arbeitgebern mit den Gewerkschaften abgeschlossen wurden. Möglich sind Einkünfte von extrem niedrigen 250 Euro bis hin zu stattlichen 950 Euro im Monat. Auf diese Weise können Azubis im Gegensatz zu universitären Studenten schon während der Ausbildung Geld verdienen. Im Anschluss erhalten ausgebildete Facharbeiter bestimmter Branchen ein ordentliches Gehalt vom Unternehmen.

Voraussetzungen für eine duale Ausbildung

Für eine duale Ausbildung ist normalerweise kein höherer Schulabschluss notwendig. Deshalb ist dieses Modell genau richtig für Schüler, die nicht gerne die Schulbank drücken und lieber praktisch arbeiten wollen. Statt täglich zur Schule zu gehen, steht nur noch ein- bis zweimal pro Woche die Berufsschule auf dem Programm. Für die meisten Ausbildungsberufe reicht die Mittlere Reife komplett aus. Generell gilt: Je besser die Schulnoten, desto besser ist die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, den ihr euch auch wirklich wünscht. Allerdings gibt es auch Ausnahmen bei den Berufen, für die das Abitur erforderlich ist. Darüber hinaus sehen viele Abiturienten eine duale Ausbildung als sinnvolle Ergänzung zum anvisierten Studium. Mit der Absolvierung einer Ausbildung vor dem Studium lassen sich zusätzliche Wartesemester anrechnen, sodass sich die Chancen auf einen begehrten Studienplatz erhöhen. Außerdem bevorzugen viele Arbeitgeber und Betriebe überdurchschnittlich qualifizierte Bewerber, welche neben einem abgeschlossenen Studium auch über eine berufliche Ausbildung verfügen.

Vorteile der dualen Ausbildung

Im Zuge der dualen Ausbildung gestaltet sich durch den steten Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule der Alltag weitaus spannender und anspruchsvoller. Azubis bekommen neben einer umfassenden beruflichen Grundbildung ebenfalls alle erforderlichen praktischen und theoretischen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt, welche im jeweiligen Beruf gebraucht werden. Dank des engen Bezuges zur Praxis werden jede Menge Sachverhalte erlernt, die wirklich wichtig sind und sich konkret anwenden lassen. Damit ist ein schneller Einstieg ins Berufsleben möglich. Auszubildende erhalten von Beginn an einen umfangreichen Einblick in die realen Arbeitsabläufe des Betriebs. Wer gute Leistungen erbringt und sich anstrengt, für den stehen die Chancen gut, im Anschluss an die duale Ausbildung vom selben Betrieb übernommen zu werden. Deshalb ist diese Ausbildungsform häufig ein zuverlässiger Garant für einen sicheren Arbeitsplatz. Außerdem erhalten Azubis ab dem ersten Arbeitstag ihr Gehalt und sind deshalb finanziell unabhängig. Bei vielen Ausbildungsberufen reicht das Einkommen sogar für das Anmieten einer eigenen Wohnung aus.

Nachteile einer dualen Ausbildung

Allerdings ist die duale Ausbildung auch mit gewissen Nachteilen verbunden. Im Gegensatz zu Studenten haben Auszubildende deutlich weniger Freiheiten während ihrer Lehrjahre. Azubis müssen ein straffes Programm abarbeiten und stete Leistungen erbringen. Dazu sind sie einem Chef unterstellt, der die Befugnis für konkrete Anweisungen hat. Besonders in der Anfangszeit werden viele Azubis als nützliche Arbeitskraft angesehen, die sehr einfache Aufgaben und simple Hilfstätigkeiten erledigen kann. Oft kommt es erst viel später zu der Vermittlung von wirklich wichtigen Erfahrungen und Qualifikationen. Jedoch sollten Auszubildende diesen Umstand stets als Option wahrnehmen, um selber aktiver zu werden und von den Vorgesetzten berufliche Vorgänge zu erlernen. Darüber hinaus verdienen Facharbeiter zwar ein gutes Gehalt, welches aber geringer als das Einkommen von Akademikern ist. Außerdem sind die Aufstiegschancen im Betrieb häufig nicht so vielversprechend. Grundsätzlich können auch Facharbeiter mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung und durchwegs ausgezeichneter Arbeit in eine Führungsposition aufsteigen. Allerdings werden in den meisten Fällen die wirklich verantwortungsvollen und entsprechend hoch bezahlten Positionen an Bewerber mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium vergeben.

Fazit

Die duale Ausbildung hat sich in Deutschland als ein erfolgreiches Modell etabliert, welches weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießt und mittlerweile sogar Nachahmer in anderen Ländern findet. Wenn ihr direkt in das Berufsleben einsteigen und euer eigenes Geld verdienen wollt, ist dieses Ausbildungssystem genau richtig für euch. Auf diese Weise könnt ihr einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit gehen und euch dabei wertvolle Arbeitserfahrungen in Kombination mit theoretischem Fachwissen aneignen. Dabei sind die Entwicklungsmöglichkeiten groß und die Chancen bei dauerhaft guter Arbeitsleistung hoch, um vom Unternehmen einen festen Arbeitsvertrag zu bekommen. Bei Wunsch ist im Anschluss immer noch ein Studium möglich, um den eigenen beruflichen Erfolg zu fördern. Dank der dualen Ausbildung erhaltenen diese Azubis Wartesemester, die nachhaltig die Aussichten auf den angestrebten Studiengang verbessern.

 

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